Barbie AdventskalenderDie Barbiepuppe gehört seit 50 Jahren zu den meistverkauften Spielzeugen weltweit. Das Lieblingsspielzeug unzähliger Mädchen spiegelt den Zeitgeist und die Modetrends ganzer Generationen. Dabei sind die Blondine und ihre Freunde nicht unumstritten. Ein Vorwurf lautet, dass Barbie sich weiblicher Rollenklischees bediene und so eine falsche Identifikationsfigur für junge Mädchen bilde.
Tatsächlich nahm die Barbiepuppe aber auch eine Rolle als Vorreiterin der rasanten beruflichen Entwicklung der Frau ein. Das Angebot reichte von der Paläontologin über die Astronautin und Präsidentin zur Lehrerin oder dem Rockstar. In über 155 Berufen ist Barbie tätig und drang so auch in Männerdomänen ein, bevor dies in der Realität möglich war. Die Barbiepuppe war also mehr als ein Model zum Kleiderwechseln und Spielen. Freilich, Pfarrerin und Rabbinerin wurde sie nie.


Die Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ richtet sich mit einer Vielzahl der Barbiepuppen, Barbiehäusern und Zubehör der vergangenen Jahrzehnte an alle kleinen und großen Barbieliebhaber, aber auch an alle, die mit ihr den Wandel des Frauenbildes und der Mode der letzten Jahrzehnte verfolgen wollen. Die von den Sammlerinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey entwickelte Ausstellung wird um Themensequenzen und Exponate durch das Bomann-Museum erweitert. Gezeigt wird die Weihnachtsausstellung noch bis zum 17. April 2017 (http://www.bomann-museum.de).
Seit einigen Jahren ist es Tradition, am zweiten Advent im Rahmenprogramm der jeweiligen Weihnachtsausstellung  einen themenbezogenen Adventsgottesdienst anzubieten. Zu diesem luden 2016 neben dem Bomann-Museum wieder die  Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde und die freikirchliche evangelisch-lutherische Concordia-Gemeinde ein. Die Predigten hielten Pastor Dr. Andreas Flick und Pastor Dr. Peter Söllner.  Das Ausstellungsthema Barbie war eine besondere Herausforderung für die beiden Prediger. Zumal im Vorfeld der Ausstellung hatten sowohl das Museum als auch die beiden Kirchengemeinden kritische Stimmen zu diesem Spielzeug vernommen. Kein Wunder, dass es in der Ehrenhalle des Museums  so gut wie keine freien Plätze mehr gab.
Pastor Flick sann ausgehend von Barbie über den Begriff der Schönheit in der Bibel nach. Als Predigttext wählte er: „Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den Herren fürchtet, soll man loben“ (Sprüche 30,31). Ob jemand nach menschlicher Beurteilung schön oder hässlich ist, habe nichts mit seinem Ansehen vor Gott zu tun, betonte der Theologe.  Laut Bibel ist eine Frau wirklich schön, wenn sie Werte hat und auch danach lebt.  Nichts desto trotz freut sich die Bibel auch an der Schönheit von Frauen und Männern. König Salomo lobt seine Sulamith: „Du bist wunderbar schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir“ (Hhld 4,7).
Barbie ist eine Anziehpuppe. So thematisierte Pastor Söllner in seiner Co-Predigt unter Zuhilfenahme von Jesaja 3 den Bereich  Frauenschmuck und Frauenkleidung. Dieser alttestamentliche Text sieht fast so aus wie ein GUCCI-Katalog aus der Antike, hinter der ein deftiges Stück Gesellschaftskritik steckt, betonte der Theologe, der anschließend noch auf „des Christen neue Kleider“ aus dem Kolosserbrief Kapitel 3 einging und diese für die Gegenwart auslegte: Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld.
Die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Kathrin Panne, die im Gottesdienst eine Textpassage aus dem Hohelied der Liebe verlas, lud im Anschluss die zahlreich erschienenen  Gottesdienstteilnehmer zur Besichtigung der Ausstellung ein. So konnte sich jeder ein eigenes Urteil über das busy girl Barbie bilden.