Die von Hugenotten im Jahr 1700 erbaute Evangelisch-reformierte Kirche Celle mit den zwei ehemaligen französischen Pfarrhäusern.Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Celle gehört der Evangelisch-reformierten Kirche, einer der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Sie ist keine Freikirche.

Rund 300 hugenottische Glaubensflüchtlinge fanden während der Regierungszeit Herzog Georg Wilhelms von Braunschweig-Lüneburg (1665-1705) in der Residenzstadt Celle Aufnahme. Sie hatten in der Frau des Herzogs, Eléonore Desmier d’Olbreuse (1639-1722), eine namhafte Fürsprecherin. Die heutige Evangelisch-reformierte Gemeinde in Celle entstand aus dem Zusammenschluss der 1686/88 gegründeten Französisch- und der 1709 gegründeten Deutsch-reformierten Gemeinde. Die 1700 erbaute Kirche lehnt sich architektonisch an französische Vorbilder an und stellt einen typischen hugenottischen "temple" dar.

Die ca. 1.200 Gemeindeglieder wohnen in den Landkreisen Celle und Soltau-Fallingbostel. Rund die Hälfte von ihnen lebt in der Stadt Celle, deren Bevölkerung zu etwas weniger als 1 % der evangelisch-reformierten Konfession angehört. Somit wird die Diasporagemeinde, deren Mitglieder bis zu 80 km von der Kirche und dem Gemeindezentrum entfernt leben, durch ihre Verstreuung geprägt.Die von Hugenotten im Jahr 1700 erbaute Evangelisch-reformierte Kirche Celle mit den zwei ehemaligen französischen Pfarrhäusern.

Doch der persönliche Charakter der Kirchengemeinde macht hier viele strukturelle Probleme wett. Es gibt eine große Anzahl Gemeindeglieder, die ein großes Engagement an den Tag legen und dafür gern weite Wege in Kauf nehmen. Rund 40% der Gottesdienstbesucher kommen aus dem Landkreis Celle, wo insbesondere jüngere Familien leben. Ohne die engagierten Gemeindeglieder wäre das lebendige kirchliche Leben, zu dem gegenwärtig neben dem Erwachsenen- und Kindergottesdienst mit anschließendem Gemeindecafé auch ein Bibelgesprächskreis, ein Gebetskreis, zwei Frauenkreise, das „Café am Montag“, ein Jugendkreis sowie der Kreis 22-55 gehören nicht denkbar. Zudem werden auch regelmäßig Vortragsabende zu historischen und theologischen Themen angeboten. In der Celler Gemeinde ist die eigene Geschichte stets präsent, ohne dass damit Fragen der Gegenwart und Zukunft ausblendet werden.

Der Blick der Gemeinde bleibt jedoch nicht auf sich selbst beschränkt. Einerseits ist man in die Celler Ökumene mit eingebunden. Andererseits werden soziale wie auch diakonische Projekte innerhalb wie außerhalb Celles unterstützt. Dazu zählt insbesondere der dem Diakonischen Werk der Evangelisch-reformierten Kirche angeschlossene Verein „Hilfe für Schwangere“, der sein Domizil im Gemeindehaus an der Hannoverschen Straße 59 hat.